Gemeinsam gegen Schnarchen mit medizinischer Software: Diametos und VDE

Etwa ein Drittel der Bevölkerung schnarcht. Schnarchen ist dabei nicht nur ein Problem für den Partner, sondern es stecken oft auch pathologische Ursachen dahinter, die in der Regel teure und aufwändige Untersuchungen erfordern. Dieser Problematik hat sich das kleine, aber schnell wachsende Team von Diametos angenommen. Sie entwickeln eine Software, die anhand von Schnarchgeräuschen die physiologische Ursache dahinter erkennen soll.

Wer sind die Köpfe hinter Diametos?

Zwei der Köpfe hinter Diametos sind Christoph Janott als Chief Scientific Officer (CSO) und Heiko Butz als Chief Executive Officer (CEO).

Christoph hat bereits in der Vergangenheit Erfahrung in mehreren Unternehmen, die sich mit der Therapie für schnarchende Personen beschäftigt, gesammelt. Darüber hinaus ist er generell in der Medizintechnik nicht neu, hat schon für große, namhafte Hersteller gearbeitet und war auch als Berater und Investor selbständig in der Branche unterwegs. Seit 8 Jahren beschäftigt er sich nun wieder verstärkt mit dem Stand der Wissenschaft zu den nächtlichen Störgeräuschen.

Mit Heiko Butz war dann auch ein passender Unternehmer, der ebenfalls Erfahrung im Aufbau von Start-Ups hat, gefunden. Vor einem Dreivierteljahr gründeten Sie zusammen das Start-Up Diametos. Im Gespräch verrät Heiko, dass er selbst schnarcht: „Ich habe verschiedene Therapien und Hilfsmittel ausprobiert, sogar zwei Operationen. Und ich schnarche noch immer.“

Was ist das Produkt?

Die Idee für das Produkt ist genial: Der Klang des Schnarchens unterscheidet sich je nach der zugrundeliegenden anatomischen Ursache. Anhand der Geräusche kann man erkennen, wo sie herkommen. Allerdings erkennen Menschen ohne weitere Hilfsmittel häufig nicht die feinen Unterschiede, aber eine Software kann diese Unterschiede „hören“. Die Software beinhaltet eine KI-Komponente, die mit passenden Trainingsdatensätzen angelernt wurde und somit nun die Ursachen identifizieren kann. Die Trainingsdaten stammen aus der Schlaf-Video-Endoskopie, die nur in gewissen spezialisierten Zentren durchgeführt wird. Entsprechend aufwändig sei es, an die Trainingsdaten zu kommen.

Streng genommen hat Diametos sogar bereits zwei Produkte: Somnofox, eine Software zur Anwendung durch das ärztliche Fachpersonal, und Snorefox, eine Software zur Anwendung durch die Betroffenen selbst.

Da die Kapazitäten für Schlaf-Video-Endoskopien nicht für jede schnarchende Person ausreichen, muss das ärztliche Fachpersonal häufig die Hilfesuchenden im Wachzustand untersuchen. Ohne die Person im natürlichen Schlaf zu sehen oder zu hören, müssen Vermutungen über die Ursachen des Schnarchens gestellt werden. Mit Somnofox hat das ärztliche Fachpersonal nun die Möglichkeit, weitere Informationen von der Software auf Basis der nächtlichen Schnarchgeräusche zu erhalten, um damit eine fundiertere Entscheidung treffen zu können. Heiko beschreibt die dahinterstehende Mission passend: „Es ist eine Demokratisierung für eine gute Diagnose, denn jede behandelnde Person sollte die Möglichkeit haben, eine technisch gut unterstützte Diagnostik zu bekommen.“

Den Hilfesuchenden wird dadurch unter Umständen eine Nacht im Schlaflabor erspart. Die Anwendung für die Betroffenen selbst, Snorefox, lässt sich auf dem Handy installieren. Die App hört beim Schlafen zu und gibt eine Risikoeinschätzung ab, ob das Schnarchen gefährlich sein könnte, weil bspw. eine Schlaf-Apnoe vorliegt.

Das Konzept ist bereits prämiert: 2021 gewann Diametos den Science4Life-Venture Cup für die innovativsten Geschäftskonzepte Deutschlands im Lifesciences-Bereich.

Warum holt sich Diametos Unterstützung beim VDE?

Da die Software Hinweise auf möglicherweise anatomische Ursachen geben soll, handelt es sich bei der Software um ein Medizinprodukt. Unter der „alten“ Medizinprodukte-Richtlinie Medical Device Direction wurde die Software der Risikoklasse I zugeordnet. Unter der neuen europäischen Medizinprodukteverordnung wird die Software vermutlich in eine höhere Klasse fallen und muss höhere Anforderungen erfüllen. Aufgrund der Erfahrung von Christoph in der Medizintechnikbranche sei ihm von Anfang an klar gewesen, dass es sich um ein streng reguliertes Medizinprodukt handele. Zur Unterstützung bei der Umsetzung dieser regulatorischen Anforderungen hat Diametos den VDE beauftragt.

Zur Entscheidung, warum externe Hilfe notwendig sei, sagt Christoph: „Ich weiß, was es bedeutet, ein Medizinprodukt in Verkehr zu bringen und ich weiß deshalb auch, dass ich es alleine nicht kann. Aber wenn mich jemand unterstützt und leitet, dann weiß ich, dass wir das gemeinsam schaffen.” Und Heiko ergänzt: „Wir greifen immer sehr gerne auf eine Ressource zurück, wo wir noch mal nachfragen und um Rat oder Unterstützung bitten können.“

Den Hinweis auf die Beratungsdienstleistungen des VDE habe ein Bekannter gegeben, der gute Erfahrung mit dem VDE gemacht habe. Auch die Zusammenarbeit zwischen VDE und Diametos laufe gut: „Es ist super, Leute zu haben, die Erfahrung aus der Praxis haben,“ so der CEO. Und weiter: „Hans Wenner schreibt seit Jahren an den Normen für medizinische Software mit. Er weiß, was in der nächsten Ausgabe einer Norm stehen wird. Das ist ein großer Vorteil.“

In der Zusammenarbeit biete der VDE individuelle Lösungen, wo dies nötig sei, und gleichzeitig Standard-Vorlagen, wo dies möglich sei.

Wie geht es weiter?

Die Produkte befinden sich in der Pilotphase und werden von ausgewählten Ärzten und Kliniken eingesetzt. Damit wolle man auch weitere klinische Daten sammeln.  

Da es sich bei Diametos um ein noch recht junges Start-Up mit zunächst begrenztem Budget, jedoch mit vielversprechenden Produkten und erfahrenen Geschäftsführern handelt, sucht das Unternehmen noch Investoren. Mit einem finanziellen Engagement kommt Diametos hoffentlich schon bald dem erklärten Ziel einen großen Schritt näher: „Schnarchdiagnostik so einfach wie das Schnarchen selbst!”

Sie wollen mehr über Diametos erfahren?

Weitere Informationen sowie die Kontaktdaten finden Sie auf der Diametos-Website.

Sie benötigen auch Unterstützung bei der Zulassung Ihres Medizinproduktes?

Dann senden Sie uns eine Email oder rufen Sie uns an.